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Feedern im Winter

Feedern im Winter

Angeln im Januar auf Brassen und Rotaugen

Auf Friedfisch Im WinterDas Angeljahr 2018 hat begonnen und ich werde in diesem Jahr vermehrt über meine Erlebnisse am Wasser „bloggen“, wie man so schön modern sagt. Ich möchte aber vorab bewusst erwähnen, dass ich damit keinen kommerziellen Sinn verfolge, sondern einfach den Spaß des Schreibens mit der Leidenschaft Angeln verbinden möchte. Dennoch werde ich nicht zimperlich sein und Ausrüstung & Angelgerät in den Artikeln stets erwähnen. Nicht um zu werben, sondern um Informationsvielfalt zu schaffen. Hierbei wird mir sicherlich sowohl Tackle unterkommen, welches ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann, als auch welches, von dem ich abraten werde.

Zielfische im Winter

Die Wahl des Zielfisches sollte im Winter wohlüberlegt sein, denn unsere wechselwarmen Freunde sind in dieser Jahreszeit größtenteils besonders schwer zu fangen. Wer also unbedingt fangen möchte, sollte sich auf Fische fokussieren, die im Winter besonders gut beißen. Zu nennen sind dabei u.a. Quappen, Hechte (Schonzeit beachten) & Döbel. Aber auch besonders große Rotaugen können nun zielgerichteter überlistet werden.

Platzwahl für Rotaugen und Brassen

LotruteDer immerwährende und entscheidende Faktor beim Angeln ist der Platz, an dem sich der Köder im Wasser befindet. Es bringt nichts, 10 Euro für ein Kilo Futter zu zahlen und es dann im fischleeren Raum abzukippen. Erfahrene Angler wissen, dass Location das A und O ist und nicht der Preis irgendeiner High-End Rute. Da die Weißfische nun besonders wenig umherziehen und eher platztreu sind, ist die Platzwahl noch bedeutsamer. Vorheriges Ausloten mit der Lotrute oder dem Echolot zahlt sich eigentlich immer aus.

Die Empfehlung, nun tiefe Regionen zu befischen, ist eine gute Leitlinie, die aber keineswegs in Stein gemeißelt sein muss. Herrscht über mehrere Tage starker Sonnenschein, kann es tatsächlich möglich sein, dass die Friedfische im wärmeren Oberflächenwasser flacher Bereiche umherziehen. Genauso gut kann es passieren, dass bedingt durch starke Stürme ein Gewässer so stark umgewälzt wird, dass das eigentlich wärmere Wasser am Grund an die Oberfläche des Ufers getrieben wird, auf welches die Wellen niedergehen. Ist das Gewässer nicht besonders tief, ist die Wassertemperatur meist in allen Bereichen ziemlich gleichbleibend.

Geht man jedoch von normalen Bedingungen aus, sollte in stehenden Gewässern in Löchern, sowie unterhalb von steil abfallenden Kanten gefischt werden. In Flüssen sind es ebenfalls tiefe Gumpen im Flussverlauf, Häfen, Brücken, Außenkurven und alle anderen Bereiche, die tief sein könnten. Außerdem empfehlen sich in Flüssen strömungsarme Bereiche, wie beispielsweise ein Altarm, denn dort können die Fische ruhen und verbrauchen nicht so viel Energie. Generell empfehlen sich strömungsarme Bereiche immer, denn in diesen müssen die Fische nicht so viel Energie beim Schwimmen aufwenden.

Grundsätzlich sollten fließende Gewässer Stehenden vorgezogen werden, denn die Fische haben hier – bedingt durch das Anschwimmen gegen die Strömung – in der Regel einen höheren Energieverbrauch und müssen deshalb mehr fressen, als im See.

Rotferdern im Winter

Im Winter müssen sich manchmal auch Kleinfische diszipliniert erarbeitet werden.

Sensibles Gerät für mehr Fische

Im Winter muss man unter Umständen stundenlang auf einen Biss warten – manchmal vergebens,Weißfisch Hakengröße im Winter manchmal mit Happy End. Die Mühe, den Fisch überlisten zu wollen, sollte sich in dünnen Schnüren, kleinen Haken und unauffälligen Montagen bemerkbar machen. Weniger ist mehr. Ein 0,10er Monofilvorfach gepaart mit einem dünndrähtigen Haken der Größe 16 und aufwärts ist angebracht.

Wer mit der Matchrute angelt, sollte schmale und leichte Waggler oder Stachelschweinposen nutzen. Die Bebleiung sollte eher gehäuft sein, als querfeldein auf dem Vorfach (man beachte, dass hartes Schrotblei die dünnen Vorfächer schnell schwächen kann).

Beim Feedern kann auf eine Picker- oder Feederrute, je nach gewünschter Wurfweite, zurückgegriffen werden. Je geringer das Wurfgewicht der Rute und je feiner die Spitze, desto schneller macht sich häufig der Biss kleiner Fische bemerkbar. Als Montage eignen sich die Schlaufenmontage oder die unkompliziertere Variante mit Anti-Tangle-Boom. Um einen guten Kontakt zum Köder herzustellen, sollte eine dünne, dehnungsarme geflochtene Schnur Verwendung finden (Schnur nimmt eventuell Schaden bei Eisbildung).

Feedern im Winter

Einfache Futterkorbmontage am Anti-Tangle-Boom

Welche Köder für Friedfisch im Winter

Friedfischköder WinterManchmal ist klein im Winter nicht klein genug. Es gibt Tage, an denen die Fische die Köder so zaghaft nehmen, dass bereits eine Made zu viel des Guten ist. Dann kommen die kleinen Artgenossen – sogenannte Pinkys – zum Einsatz. Alternativ zu diesen kann man auch einige aufgekochte und gequollene Hanfkörner, die es bei Bedarf fertig zu kaufen gibt, auf einen besonders dünndrähtigen Haken spießen. Wenn die Fische mal weder Maden, noch Hanf nehmen, hilft nur experimentieren mit kleinen Mistwürmern und Co. Zu beachten gilt es hierbei allerdings, die Fische nicht zu sättigen, weil sie dann verloren haben. Seien Sie also vorsichtig mit Dosenmais und anderen Partikeln. Um die Lebendköder im Winter übrigens agil und bewegungsfreudig zu halten, sollten diese bei über 0 Grad gehalten werden. Man kann zu diesem Zweck z.B. eine Dose in eine alte Wollsocke stecken.

Das richtige Futter im Winter

Das ja offenkundig Schlechteste, was Sie bei der Winterangelei machen können, ist den Fischen die

Friedfischfutter Winter

Besonders Rotaugen fahren auf einen Futtermix mit Hanf ab.

Mägen zu füllen, sodass sie gesättigt den Köder verschmähen. Das Futter gilt ausschließlich als Lockmittel. Zugaben, die die Fische am Platz halten sollen, werden mit Bedacht eingesetzt. Zum Einsatz sollte eine feinkörniges Futter kommen, das man – wenn möglich – auch ruhig mal durchsieben kann. Als Beigabe eignet sich Hanf, auf welchen insbesondere große Rotaugen stehen. Für zusätzliche Attraktivität und Lockwirkung kann ein Liquid auf Alkoholbasis (meist die süßen Sorten) sorgen.

Mein Futter besteht hier aus einem Feedermix von Zammataro, Chili Hanf von CC Moore, sowie dem Coconut-Syrup von Mainlinie.

Feederrute mit feiner Spitze

Feine Spitzen und geflochtene Schnüre zeigen auch im Winter vorsichtige Bisse an. Bei Minusgraden sollte man jedoch auf Monofile Schnüre umsteigen, da die Fasern der Geflochtenen Schaden nehmen können.

Auf die Stimmung kommt es an

ThermoanzugAngeln

Warme Kleidung im Winter, wie ein Thermoanzug mit gefütterten Stiefeln, hält die Motivation hoch. Wer friert, verliert zweifelsfrei schnell den Angelspaß.

Was sonst noch zu sagen bleibt

Die Angelei im Winter kann einem körperlich viel abverlangen, wenn man es darauf anlegt. Kleiden Sie sich mit Funktionskleidung im Zwiebelprinzip ein und nehmen Sie bei Bedarf Tee, Kaffee oder heißen Kakao in einer Thermoskanne mit. Bei längeren Ansitzen schaden Gaskocher, Karpfenzelt, sowie Zeltheizung (mit Sauerstoffmangelsicherung) natürlich auch nicht. So lässt es sich auch im Winter komfortabel am Wasser aushalten.

Das Wasser ist kalt, weshalb sich jeder Angler und Nicht-Angler dem Element mit Bedacht nähern sollte. Auf einem Boot sollte nun im besten Falle ein Schwimmanzug getragen werden. Es gibt genügend tragische Unglücksfälle, die mit dem Ertrinken zu tun haben. Seien Sie also vorsichtig und Hut ab vor all denen da draußen, die Wind und Wetter bei der Winterangelei trotzen!

Wenn Ihr noch Anregungen und Tipps zum Thema habt, könnt Ihr gerne kommentieren!

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