Skip to main content

Wels – Steckbrief, Lebensraum & Lebensweise

Wels – Lexikoneintrag

Der Wels (Silurus glanis), häufig auch Waller genannt, ist nach dem Stör der größte Fisch, den man in unseren

Europäischer Wels

Von Dieter Florian (To contact the author, ask the uploader or take a look at tauchshop-florian.de.) – Bildspende von Dieter Florian, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8755863

Gewässern antreffen kann. Auch, wenn heutzutage nur noch selten Exemplare von 200 kg oder mehr gefangen werden, so kann bereits ein Exemplar mit 30-50 kg dem Angler viel Kraft abverlangen. Auf Grund seiner Größe und seiner Kampfkraft gibt es viele Angler, die es stets nur auf diesen Fisch abgesehen haben. An oft beangelten Stellen ist der Wels jedoch sehr vorsichtig.

Das Fleisch junger Waller ist wohlschmeckend, während ältere Fische oft etwas zäh sind. In den Gebieten der mittleren und unteren Donau hat der Wels eine wirtschaftliche Bedeutung. Schwimmblase und Knochen werden zu Leim und seine Haut zu Leder verarbeitet. Der Rogen kann, vermischt mit Stör- und Sterleteiern, zu Kaviar verarbeitet werden.

In Ländern, wie Ungarn, wird der Wels als Teichfisch gehalten und zusätzlich von Menschenhand gefüttert.

Hierzulande ist der Wels in vielen Flüssen und Seen unerwünscht, da er unter den Nutzfischen einen großen Schaden anrichtet und nur schwer zu fangen ist.

Europäischer Wels – Aussehen

Der Körper eines Welses ist vorne rund und hinten seitlich zusammengedrückt. Sein Kopf ist massiv und breit. Die grauen Augen sind auffallend klein. Das Große Maul ist mit Hechtelzähnen besetzt. Auf dem Oberkiefer sitzen 2 große Barteln, die bis hinter die Brustflossen reichen. Am Unterkiefer sitzen 4 kleinere Barteln.

Welse besitzen weder Schuppen, noch eine Fettflosse. Auf dem Rücken hat er eine sehr kleine, nach vorne gedrückte Rückenflosse. Die Bauchflossen sind „normalständig“ und die Brustflossen paarig. Die Afterflosse ist sehr lang, allerdings von der Schwanzflosse getrennt.

Die Färbung hängt vom Lebensraum ab. Grundsätzlich ist der Rücken dunkel in einem blau-schwarzen, oliv-grünen, dunkelvioletten oder braunen Ton gehalten. Seitlich ist der Wels schmutzig gelb-weiß und manchmal auch golden schimmernd mit dunkler Marmorierung. Der Bauch ist gelblich, weiß und teils auch schwach rötlich gefärbt. Die Brust- und Bauchflossen sind bei Jungtieren meist dunkler, als bei älteren Tieren. Rücken- und Schwanzflosse haben teils einen violetten Farbton.

Beim Wels kommen teilweise oder ganz albinotische Formen häufiger vor, als bei einigen anderen Fischen.

Europäischer Wels – Vorkommen

Welse bewohnen die Seen und größeren Flüsse mittel- und Osteuropas bis zu einer nördlichen Breite von 60 Grad. Einige Arten kommen auch in einigen Gebieten Westasiens vor. Auch im Kaspischen Meer ist er vertreten. Des Weiteren sind Welse Einzelgänger, die am Grund Leben und sich tagsüber in Unterschlüpfen verstecken. Nachts geht er auf Beutezug. Herrscht ein Gewitter oder eine Sonnenfinsternis vor, sind Welse auch am Tag aktiv.

Generell bevorzugt der Wels ruhige Gewässer mit weichem Grund. Zu seinen Standplätzen zählen u.a. tiefere Löcher und Ufervorsprünge.

Im Ionischen Meer kommt ein naher Verwandter des europäisches Welses, der Aristoteles-Wels, welcher 2 Barteln weniger am Unterkiefer besitzt, vor.

Europäischer Wels – Nahrung

Jungtiere ernähren sich von kleinen Wassertieren jeglicher Art. Später wird der Wels ein sehr gefräßiger Raubfisch, der Aale, Brassen, Rotaugen, Schleien, Frösche, Vögel, Mäuse und Ratten gleichermaßen verspeist.

Einen besonders großen Appetit hat der Wels im Sommer, wenn die Laichzeit abgeschlossen ist. Im Winter stellt er die Nahrungsaufnahme größtenteils ein und hält Winterruhe.

Europäischer Wels – Größe & Gewicht

Nach dem Stör ist der Wels der größte Süßwasserfisch Europas. Er kann in unseren Gefilden bis zu 3 m lang werden. Das größte bisher gefangene Tier wurde im 18. Jahrhundert im russischen Dnjepr gefangen. Dieser Wels war unfassbare 5 m lang und wog 306 kg.

Europäischer Wels – Fortpflanzung

Milchner, die etwas schneller wachsen, werden zwischen dem Ende des 2. und 3. Jahres geschlechtsreif. Ihr Gewicht beläuft sich dann meist auf 1-2 kg. Rogner erreichen nach dem 3. bis 4. Lebensjahr die Laichreife.

Welse laichen zwischen Mai und Juni. Im Norden auch zwischen Juli und August. Die Wassertemperatur sollte zwischen 18 und 20 Grad betragen. Abglaicht wird an flachen, pflanzenbewachsenen Uferstellen oder auf überfluteten Wiesen, wo die 3 mm großen und klebrigen Eier in einem Nest (niedriger Wall aus Pflanzenresten) abgelegt werden. Der Milchner bewacht daraufhin das Nest bis zum Schlüpfen.

Je kg Körpergewicht werden ca. 300.000 Eier abgelegt. Je nach Wassertemperatur entwickeln sich die Eier nach 3-10 Tagen zu 7 mm langen Larven, die Kaulquappen ähnlich sehen. Während der ersten tage haften die Larven, dank der Haftorgane, an den Wänden des Nestes und ernähren sich von ihrem großen Dottersack.

Ist eine gute Nahrungsgrundlage gegeben, wachsen Welse sehr schnell. Nach 4 Wochen sind sie 3-4 cm lang und am Ende des ersten Sommers ca. 20 cm lang und 300 g schwer.

Europäischer Wels – Fanggeräte & Köder

Welse können mit der Spinnrute oder der Grundrute gefangen werden. Das Wurfgewicht sollte mindestens bei 80-120 g liegen. Auf die Rolle sollte mindestens 250 m Schnur aufgespult werden. Der Durchmesser Monofiler Schnur sollte mindestens 0,45 mm betragen und der Durchmesser Geflochtener Schnur 0,20 mm.

Als Köder beim Grundfischen kommen Köderfische ab 15 cm und Tauwurmbündel in Frage.

Spinnköder sind große Blinker, Wobbler, Twister oder Gummifische.

Die Bremse sollte ruckelfrei sein. Der Haken muss scharf sein, damit er in das brettharte Maul des Welses eindringen kann. Als beste Fangzeit des Welses gelten die Monate Juni bis August.

Welse halten sich bevorzugt in ruhigen, schlammigen, tiefen und dunklen Gewässerabschnitten auf (Steine, versunkene Bäume, Löcher, unterspülte Ufer).

Weitere Informationsquellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Europäischer_Wels

http://www.fischlexikon.eu/fischlexikon/suesswasserfische.php?fisch_id=0000000018


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*