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Barsch – Steckbrief, Lebensraum & Lebensweise

Barsch – Lexikoneintrag

Der Barsch (Perca fluviatilis), hierzulande auch als Flussbarsch bekannt, ist, neben dem Hecht und dem

Flussbarsch

Von Der ursprünglich hochladende Benutzer war GerardM in der Wikipedia auf Niederländisch – Übertragen aus nl.wikipedia nach Commons., CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1850025

Zander, einer der 3 bekanntesten Raubfische im Süßwasser. Flussbarsche sind beliebte Speisefische. Kleine Exemplare mit weniger als 20 cm Länge sind bei Anglern oft ein nicht willkommener Beifang, während Barsche ab 30 cm, besonders ab 40 cm, ein sehr geschätzter Angelfisch sind. Ein Barsch von 45 cm Länge ist oft älter, als ein Hecht von über einem Meter Länge.

Der Flussbarsch gehört zur Unterordnung der Barschähnlichen (Percoidea) und zur Familie der echten Barsche (Percidae).

Das Fleisch eines Barsches ist fest, mager und schmackhaft (89 kcal auf 100 g). Aus diesem Grund ist er von wirtschaftlicher Bedeutung. Der Rogen eines Barsches wird zur Herstellung von Kaviar verwendet.

Wenn in einem Gewässer zu wenige Großbarsche vorkommen, kann es schnell zu einer Verbuttung der kleineren Barsche und auch von anderen Fischarten kommen, da in diesem Fall der Hauptkosument der Fischbrut fehlt.

Man unterscheidet 3 Barscharten voneinander: den hell gefärbten Jage-Barsch, der im Freiwasser lebt, den kräftig gefärbten Krautbarsch, der sich zwischen den Pflanzen in den Uferregionen aufhält, und den dunkel eingefärbten Tiefen-Barsch, der sich in Tiefen von bis zu 50 m aufhält.

Barsch – Aussehen

Der Körper eines Barsches ist recht hoch und breit. Sein Kopf ist, im Vergleich mit dem Zander, sehr stumpf. Das Maul ist endständig und reicht bis unter die Augen. In seinem Maul befinden sich viele, kleine Zähne (Bürsten- /Hechtelzähne). Die Augen eines Barsches leuchten nicht.

Die Kiemendeckel verlaufen auch hinten ziemlich spitz zu, weshalb bei unsachgemäßer Handhabung Verletzungsgefahr besteht. Auch der Kamm auf dem Rücken, den der Barsch bei Gefahr aufstellt, kann für Verletzungen sorgen.

Je nach Alter und Standort gibt es unterschiedliche Körperformen. Die Kammschuppen sitzen fest in der Haut. Die Bauchflossen sind brustständig. Sie sind, wie auch die Afterflosse, bei gut genährten Tieren Karmesinrot gefärbt. Der Schwanzflosse weist eine leichte Gabelung auf.

Die Färbung des Barsches wird von oben nach unten immer heller. Der Rücken ist oft dunkelgrau, dunkelblau, graugrün, manchmal auch braun- oder gelbgetönt. Der Bauch ist in gleicher Farbe heller bis mattweiß. Auf den Körperseiten befinden sich 6 bis 9 dunkle, gegabelte Streifen. Am Hinterrand der ersten Rückenflosse besitzt der Barsch immer einen dunklen Fleck.

Im Übrigen gibt es auch gelbe bzw. goldfarbene Barsche (Goldbarsche).

Barsche können sich ihrer Umgebung entsprechend umfärben.

Barsch – Vorkommen

Der Barsch ist ein weit verbreiteter Fisch in Europa. Nur in Mittel- und Süditalien, sowie auf der Pyrenäen-Halbinsel, kommt er nicht vor. Des Weiteren kommt er in Nordamarika, neben Schwarzbarschen (Black Bass) und in Nordasien vor.

Barsche leben gleichermaßen in kalten, sowie warmen Bächen, Flüssen und Seen. Auch in Höhen von bis zu 1000 m und in Brackwasserregionen ist er anzutreffen. Am liebsten bewohnt der Barsch klare, pflanzenreiche Gewässer mit hartem Untergrund. Starke Strömungen meidet er.

Während er Sauerstoffmangel nicht sehr gut verträgt, kommt er sehr gut mit niedrigen PH-Werten aus (bis zu einem Wert von 4). Aus diesem Grund kommt es manchmal vor, dass der Barsch der einzige Bewohner von versauerten Seen oder sauren Moorseen ist.

Barsch – Nahrung

Jungbarsche fressen alle möglichen Kleintiere im Wasser, z.B. Insektenlarven, Kleinkrebse und Würmer. Ältere Exemplare entwickeln sich zu Raubfischen und werden gefürchtete Laichräuber. Kleinere Barsche rauben oft in größeren Schwärmen. Auch große Barsche ziehen es teils vor, in Gruppen aus 3-7 Exemplaren zu jagen.

Barsch – Größe & Gewicht

Barsche wachsen außerordentlich langsam. In Gewässern mit schlechter Nahrungsgrundlage sind selbst Exemplare mit 25 cm bereits 8-10 Jahre alt. Teilweise werden Barsche aber auch über 50 cm lang und 3,5 kg schwer.

Barsch – Fortpflanzung

Barsche laichen zwischen Mitte März und Juni, wenn das Wasser eine Temperatur von 8 Grad erreicht hat. Bei der Eiablage schmiegt sich der Rogner (Weibchen) mit dem Bauch eng an Wasserpflanzen, Steine oder versunkenes Astwerk. Der Laich wird als Band von bis zu einem Meter Länge und mehreren Zentimetern Höhe abgestreift. Danach wird er sich selbst überlassen. Je nach Größe des Rogners enthält ein Laichband 12.000-300.000 1,5 mm dicke Eier.

Es gehen zwar viele Eier zu Grunde, aber dennoch überleben in der Regel auch nach 8-10 Tagen ohne Schutz tausende von durchsichtigen Barschlarven. Weil sie nach dem Schlüpfen sofort die Wasseroberfläche aufsuchen, um ihre Schwimmblase mit Luft zu füllen, werden viele Jungbarsche von räuberischen Planktonkrebsen oder Insekten gefressen.

Barsch – Fanggeräte & Köder

Kleinere Barsche sind in der Regel leicht zu fangen und werden manchmal als Plagegeister angesehen. Bevorzugte Köder sind Tauwürmer, Dendrobenas, Mistwürmer, Twister, Gummifische, Wobbler, Spinner und kleinere Köderfische.

Zum Spinnfischen auf Barsch kann eine leichte bis mittelschwere Spinn- oder Schlepprute bis 30 g Wurfgewicht eingesetzt werden. Als Rolle kann wahlweise eine Stationär- oder Baitcaster-Rolle Verwendung finden. Als Schnur eignet sich 0,20er-0,35er Monofile, sowie 0,06-0,12er Geflochtene.

Große Barsche gelten gemeinhin als „Stahlscheu“, weshalb sich 0,25-0,30er Fluorocarbon als Vorfach anbietet. Besteht akute Hechtgefahr, sollten Sie lieber ein 4 kg 7×7 Stahlvorfach montieren.

In größeren Seen, wie dem Bodensee, können Barsche auch gut mit der Hegene gefangen werden.


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